Newsletter vom 14. Mai 2020:

Fakten, Fakten, Fässer

Dass gute Spirituosen, auch Rum, aus dem Fass kommen, ist allgemein bekannt. Das Holz reagiert chemisch mit der Spirituose und verleiht ihr Farbe, aber vor allem Geschmack. Dabei geht nicht einfach das Aroma des Holzes auf die Spirituose über; vielmehr entstehen durch die Oxidation diverse chemische Komponenten, die von unserer Zunge wahrgenommen werden und die unser Gehirn bestimmten Aromenkategorien zuordnen kann.

Außerdem sind hier drei Dinge, die Sie womöglich nicht über die Fasslagerung wussten:

  • Vor der Befüllung eines Fasses, wird dieses in Normalfall mit einem Flammenwerfer oder brennenden Holzlatten vorbehandelt.
  • Die Lebensdauer eines Fasses liegt je nach Lagerbedingungen meist zwischen 23 und 55 Jahre. Bei Rum-Fässern, die in der Karibik gelagert werden, sind es höchstens 25 Jahre.
  • Nur ein sehr kleiner Teil der weltweiten Rum-Produktion wird in neuen Fässern gelagert, der Großteil in ehemaligen Bourbon-Fässern.

Wenn Sie mehr über Fasslagerung und alle anderen Aspekte der Rumproduktion erfahren möchten (Was ist das Solera-Verfahren? Wie groß ist ein Standard-Rumfass?), dann besuchen Sie eines unserer Tastings auf Rum-Tasting.de!

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Newsletter vom 30. April 2020:

Dunkler Rum ist besser als weißer, oder nicht?

Im Supermarkt und an der Bar ist es doch eigentlich ganz einfach, sich für einen guten Rum zu entscheiden: Die hellen Rums sind eher zum Mischen, weil sie recht scharf sind, die dunklen Rums sind süß, mild und gut trinkbar.

Doch leider stimmen diese Vorurteile nur bedingt!

Schon seit über 130 Jahren wird Zuckercouleur verwendet, um jegliche Spirituosen schmackhafter aussehen zu lassen. Viele Whiskeyproduzenten greifen darauf zurück und ausnahmslos alle im Supermarktregal erhältlichen Cognacs sind ebenfalls stark nachgefärbt, weil das Vorurteil „Dunkel ist besser“ auch weiterhin vorherrscht.

Nun gibt es aber weiße Rums, die wunderbar aromatisch und durchaus zum pur Genießen geeignet sind. Es gibt sogar einen dunklen Rum, der gründlich filtriert und völlig farblos abgefüllt wird. Ebenso gibt es natürlich diverse dunkle Rums, die scharf, einseitig und einfach nicht besonders interessant schmecken.

Erfahren Sie also in unseren Tastings, welche Farben natürlich durch Fasslagerung entstehen und welche Farben bestimmt nicht natürlich in der Rum-Welt vorkommen

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Newsletter vom 16. April 2020:
Rum-Machen ist nicht nur für was für Große

Viele gehen davon, dass die Rum-Welt vor allem von großen Firmen in der Karibik und Südamerika beherrscht wird. Und tatsächlich dominieren diese Firmen den Markt und verkaufen über 95% des Rums weltweit.
Aber viel charmanter sind doch die kleinen Akteure der Rum-Welt: Die kleinen Brennereien auf Cuba oder Haiti oder die echten Familienrezepturen, die man nicht so einfach im Supermarkt kaufen kann (wobei das mit dem „Familienrezept“ auch von den großen Firmen gerne überstrapaziert wird).

Aber wussten Sie, dass es auch in Berlin, München oder Herrsching am Ammersee Rum-Produzenten gibt? Diese brennen zwar keinen eigenen frischen Rum, aber sie kaufen Fässer, kombinieren diese nach eigenem Rezept oder lagern ihren Rum beispielsweise in Sherryfässern nach. Auch das sogenannte Mazerieren (also natürliches Aromatisieren) mit Vanille oder Kakaobohnen wird gerne in Deutschland durchgeführt.

Deswegen servieren wir auf unseren Tastings gerne auch mal Spezialitäten wie den süß-aromatischen „Wagemut PX Cask“ von Nicolas Kröger aus Berlin oder den geradlinigen und spannenden „Tierra Monte“ von Stefanie Gschwentner und Sebastian Hach aus München.

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